Die Anforderungen an den baulichen Brandschutz unterscheiden sich innerhalb Europas teils erheblich – was andernorts längst Pflicht ist, wird woanders noch diskutiert. Ein Blick nach Großbritannien zeigt, wie gesetzliche Regelungen Leben retten können: Nach der Grenfell-Katastrophe gelten in England und Wales strengere Vorschriften für den Einbau von Sprinkleranlagen in Wohngebäuden.
Ob Bauvorschriften, Pflichtausstattungen oder präventive Maßnahmen – die Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz sind innerhalb Europas nicht einheitlich geregelt – und selbst innerhalb Deutschlands gibt es unterschiedliche Regelungen. Während einige Länder bereits auf verpflichtende aktive Löschsysteme setzen, sind diese in anderen Staaten nur empfohlen oder in ausgewählten Gebäudetypen vorgeschrieben.
Diese Vielfalt bietet die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen: Wie gestalten andere Länder ihren Brandschutz? Und was lässt sich daraus für den deutschen Kontext ableiten?
Ein besonders prägnantes Beispiel ist der gesetzlich verankerte Sprinklerschutz in England und Wales. Die nationale Brandschutzorganisation FPA (Fire Protection Association) ist maßgeblich an der Umsetzung und Kommunikation dieser Vorschriften beteiligt.
Seit 2020 schreibt die britische Regierung vor:
Ziel ist es, durch frühzeitige Brandbekämpfung Menschenleben zu retten und Brände möglichst im Entstehungsstadium zu kontrollieren.
Den entscheidenden Anstoß für die neue Gesetzgebung gab leider ein Ereignis, das weltweit für Entsetzen sorgte: der Brand im Grenfell Tower in London.
Am 14. Juni 2017 brach in einer Wohnung im vierten Stock ein Feuer aus – ausgelöst durch einen defekten Kühlschrank. Über die brennbare Fassadenverkleidung breitete sich das Feuer rasch über das gesamte Hochhaus aus.
Die Folgen:
Ein zentraler Kritikpunkt war das Fehlen aktiver Löschsysteme. Die politische Reaktion auf dieses tragische Ereignis führte zur Einführung der heute geltenden Vorschriften in England und Wales.

Dass Sprinkleranlagen eine wirksame Brandschutzmaßnahme sind, wurde wissenschaftlich belegt. Untersuchungen des National Fire Chiefs Council (NFCC) zeigen:
Diese Zahlen verdeutlichen: Sprinkler sind keine Ergänzung – sie sind ein zentraler Bestandteil moderner Brandschutzkonzepte.
Brandschutz ist keine Kür, sondern eine Pflicht – gerade in Gebäuden mit vielen Bewohnern oder hohem Publikumsverkehr. Sprinkleranlagen zählen zu den effektivsten Maßnahmen, um Menschenleben zu schützen und Sachwerte zu erhalten.
Wo die Notwendigkeit nicht ausreichend erkannt wird, können gesetzliche Vorgaben ein entscheidender Hebel sein. Das Beispiel England zeigt, wie solch ein Schritt konkret aussehen kann – und welchen Unterschied er macht.
Der bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e.?V. begleitet solche Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit. Ziel ist es, Erkenntnisse internationaler Initiativen in den deutschen Diskurs einzubringen und Entscheidungsträger mit Know-how zu unterstützen.

Klar ist aber auch: Brandschutz darf nicht nur dann stattfinden, wenn Gesetze ihn vorschreiben. Jeder Bauherr, jede Kommune, jedes Planungsbüro sollte sich der Verantwortung bewusst sein. Sprinkler bieten in vielen Gebäudekonzepten eine ideale Lösung – zuverlässig, effektiv und bewährt.
Mit www.sprinkler-protected.de möchten wir Ihnen deshalb fundierte Informationen rund um den Einsatz von Sprinkleranlagen zur Verfügung stellen – und bei Bedarf den Kontakt zu qualifizierten Mitgliedern des bvfa vermitteln.
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