Sprinkler - Rundum geschützt

DIE PLANUNG EINER SPRINKLERANLAGE

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Vorteile

Sprinkleranlagen leisten als automatische Löschanlagen einen entscheidenden Beitrag zum Schutz von Menschenleben und Sachwerten. Ganz gleich, ob ein Feuer nachts in einer menschenleeren Lagerhalle oder während der Hauptgeschäftszeiten in einem Bürogebäude ausbricht: Sprinkler identifizieren zuverlässig den Entstehungsbrand, sie lösen automatisch aus und beginnen unverzüglich mit der Eindämmung des Brandes. Wenn die Feuerwehr eintrifft, ist der Brand oft schon nahezu gelöscht.

Damit dies im Ernstfall reibungslos funktioniert, sind vom Gesetzgeber und von der Versicherungswirtschaft Richtlinien festgeschrieben worden, die die Basis für Planung und Errichtung einer Sprinkleranlage bilden. Dies sind vor allem die „Muster-Richtlinie über den baulichen Brandschutz im Industriebau“ (MInd- BauRL) und die europäische Richtlinie CEA 4001 des „European Insurance and Reinsurance Federation-Comité“, die in Deutschland durch den Verband der Sachversicherer (VdS) mit dem bestehenden nationalen Versicherungsregelwerk des VdS zu den „VdS-Richtlinien für Sprinkleranlagen VdS CEA 4001“ zusammengefasst wurde.

Sprinkleranlagen werden „maßgeschneidert“ für einen bestimmten Einsatzzweck mit definierten Brandgefahrenklassen* in einem bestimmten Gebäude geplant und errichtet. Das heißt, im Vorfeld muss u. a. geklärt werden:

In welchem Objekt soll die Sprinkleranlage errichtet werden?
Es gibt Unterschiede zwischen Lager-, Produktions-, und Industriebauten oder Bürogebäuden.
Dies beeinflusst die Auslegung der Sprinkleranlage. Ebenso von Belang ist es, ob es sich um einen Neubau oder ein bestehendes Gebäude handelt.

Wie sind die Maße des Gebäudes?
Die Abmessungen des Gebäudes – Höhe, Breite und Länge – sind bei der Planung zu beachtende Parameter ebenso die ungehinderte Zugänglichkeit für die Feuerwehr im Fall eines Brandes. Bei der Planung einer Lagerhalle muss die spätere Oberkante des Lagerguts berücksichtigt werden

Wie anfällig für einen Brand sind die im Gebäude befindlichen Gegenstände und Einrichtungen?
In den Richtlinien finden sich genaue Eingruppierungen und definierte Brandgefahrenklassen, auf die die Sprinkleranlage ausgerichtet werden muss.

Gibt es im Einsatzgebiet der Sprinkleranlage
frostgefährdete Bereiche?
Temperaturen unter 5 °C zählen zu frostgefährdeten Bereichen. Dort kann statt einer Nassanlage eine Trockenanlage zum Einsatz kommen.

BAULICHE VORTEILE DURCH SPRINKLERANLAGEN

Auch wenn eine automatische Sprinkleranlage normalerweise ein ganzes Gebäude oder den gesamten Betrieb schützt, werden andere Brandschutzeinrichtungen hierdurch nicht überflüssig. Die Brandschutzmaßnahmen im gesamten Gebäude sind als Ganzes zu betrachten. Mögliche Wechselwirkungen zwischen Sprinkleranlagen sowie dem baulichen und organisatorischen Brandschutz müssen beachtet werden. Dies bringt bei richtiger Anwendung Vorteile, unter anderem:

GRÖSSERE BRANDABSCHNITTSFLÄCHEN**

GRÖSSERE BRANDABSCHNITTSFLÄCHEN**

Bei Industriebauten ohne brandschutztechnische Maßnahmen kann die maximale Brandabschnittsfläche 1.800 m² betragen. Mit einer vorhandenen Sprinkleranlage kann eine maximale Fläche von 10.000 m² ohne Anforderung an den Feuerwiderstand der Bauteile realisiert werden. Dies verschafft wesentliche Vorteile bei der Raumplanung.

MEHR NUTZBARER RAUM

MEHR NUTZBARER RAUM

Die Industriebaurichtlinie legt fest, dass Brandbekämpfungsabschnitte** in Flächen von höchstens 10.000 m² durch Verkehrswege mit einer Breite von mindestens 5 Meter zu unterteilen sind. Damit soll sowohl die Befahrbarkeit sichergestellt als auch die Ausbreitung des Brandes eingegrenzt werden. Bei Vorhandensein einer selbsttätigen Löschanlage genügen Verkehrswege bzw. Unterteilungen mit einer Breite von mind. 3,5 Metern.

GRÖSSERE GEBÄUDEBREITE

Bei Betrieb einer Sprinkleranlage entfallen bei einer Brandabschnittsfläche von 10.000 m² bei bei eingeschossigen Industriebauten die Anforderungen an die maximale Breite von 40 Metern.* Dies erleichtert wesentlich die Planung und Realisierung von Industrieobjekten hinsichtlich Logistik und spezifischer Zweckbestimmung.

*Muster-Industriebau-Richtlinie MIndBauRL Abschnitt 6.2 Tabelle

FLEXIBLERE
RAUMPLANUNG

Der Einsatz von Wasserlöschanlagen bietet erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten bei der Gebäudeplanung und Raumaufteilung. So entfällt beim Einsatz von Sprinklern die Vorschrift, dass jeder Brandabschnitt mit mindestens einer Seite an einer Außenwand liegen muss und die Brandabschnittsflächen können wesentlich größer dimensioniert sein als in nicht durch Sprinkler geschützten Gebäuden. Diese beiden Vorteile schaffen größere architektonische Spielräume, zum Beispiel wird bei der Errichtung von Krankenhausbauten oder Hotels eine offenere Gestaltung für Foyers und Treppenhäuser ermöglicht, auch Fluchtwege können leichter optimiert werden.

Dies sind nur zwei von zahlreichen weiteren Vorteilen für eine flexiblere Raumplanung, die sich beim Einsatz von Sprinkleranlagen ergeben.

FLEXIBLERE<br />RAUMPLANUNG
WENIGER WASSER ALS GEDACHT

WENIGER WASSER ALS GEDACHT

Der Löschwasserbedarf für den Brandfall wird mit der für den Brandschutz zuständigen Dienststelle unter Berücksichtigung der Flächen und der Brandlasten festgelegt. Hierbei geht man von einem Wasserbedarf über einen Zeitraum von zwei Stunden von mindestens 96 m³/h bei Brandabschnittsflächen bis zu 2.500 m² und von mindestens 192 m³/h bei Abschnittsflächen von mehr als 4.000 m² aus. Bei Industriebauten mit selbsttätiger Feuerlöschanlage genügt eine Löschwassermenge für Löscharbeiten der Feuerwehr von mindestens 96 m³/h über einen Zeitraum von einer Stunde.

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WICHTIGE BEGRIFFE FÜR PLANUNG UND ERRICHTUNG EINER SPRINKLERANLAGE

BRANDABSCHNITT

Ein Brandabschnitt ist der Bereich eines Gebäudes zwischen seinen Außenwänden und/ oder den Wänden, die als Brandwände über alle Geschosse ausgebildet sind.

BRANDABSCHNITTSFLÄCHE

Die Brandabschnittsfläche ist die Grundfläche des Geschosses mit der größten Ausdehnung eines Brandabschnitts zwischen den aufgehenden Umfassungsbauteilen.

BRANDBEKÄMPFUNGSABSCHNITT

Ein Brandbekämpfungsabschnitt ist ein auf das kritische Brandereignis bemessener, gegenüber anderen Gebäudebereichen brandschutztechnisch abgetrennter Gebäudebereich mit spezifischen Anforderungen an Wände und Decken, die diesen Brandbekämpfungsabschnitt begrenzen.

BRANDGEFAHRENKLASSEN

Zur Bemessung der Sprinkleranlage muss die Brandgefahrenklasse vor Beginn der Planung festgelegt werden. Zu schützende Gebäude oder Teilbereiche werden entsprechend ihrer Nutzungen und potenziellen Brandgefahren den folgenden Brandgefahrenklassen zugeordnet:

LH - Kleine Brandgefahr (low hazard)
Die Brandgefahrenklasse LH umfasst nicht industrielle Nutzungen mit geringer Brandbelastung und Brennbarkeit, bei denen ein einzelner Bereich, der nicht mindestens eine Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten hat, nicht größer als 126 m² sein darf.

OH - Mittlere Brandgefahr (ordinary hazard)
Die Brandgefahrenklasse OH umfasst Handel und industrielle Nutzungen, bei denen brennbare Materialien mit mittlerer Brandbelastung und mittlerer Brennbarkeit verarbeitet oder hergestellt werden.

HHP/HHS - Hohe Brandgefahr in Produktionsbzw. Lagerbereichen (high hazard production/ storage)
Diese Brandgefahrenklasse beinhaltet Handels- und industrielle Nutzungen mit Materialien, die eine hohe Brandbelastung und hohe Brennbarkeit aufweisen und bei denen sich ein schnell ausbreitender oder heftiger Brand entwickeln kann.